Wie sieht es real aus? 

 

Drei Fünftklässler und eine Achtklässlerin sind eine Woche lang zusammen. Die künstlerischen Aktivitäten sind natürlich gemeinsam, bei den Lernzeiten teilen wir uns ein. 

 

Da wir nur eine Woche pro Monat haben, ist das Programm doch ziemlich dicht. Trotzdem gibt es viel Kunst und Freizeit.

Für die drei restlichen Wochen zu Hause geben wir einige Hausaufgaben (Material für Präsentation sammeln, Mathe-Übungen).

 

Real läuft es zur Zeit während der Schulwoche (sechs volle Tage plus Ab- und Anreisetag, an dem jeweils auch noch ein kleiens Programm ist) folgendermaßen:

Wecken ist zwischen acht und halb neun.

Vormittags gibt es nach der Morgen-Eurythmie zwei, manchmal drei Lernzeiten. Nachmittags Aquarell-Malen, Zeichnen oder Formenzeichnen, Musik sowie noch eine Lernzeit.

Zur Zeit beschäftigen wir uns mit Mathe, Geografie und Biologie.

Abends ist Erzählen.

Um 22:00 zwingen wir die Kinder zur Nachtruhe :).

 

Aktuell erzählen wir die Biografie von Heinrich Schliemann. Hierbei geht es um Mut, Durchhaltekraft und  die Lebensmission eines Menschen. Schliemann hat antike Städte ausgegraben. Insofern berühren wir auch die Geografie sowie einige Themen in Polnisch, die in der fünften Klasse offiziell dran sind, und die wir im zweiten Schulhalbjahr vertiefen werden.

 

Meistens fahren wir freitags zu unserer Partnerschule in Lwowek Slaski, wo die Kinder die Prüfungen ablegen werden. Dort bekommen die Kinder noch einmal fachliche Unterstützung.

Ende Januar legen wir Geografie, Biologie und Mathematik ab, im Mai Geschichte, Polnisch, Englisch (die achte Klasse hat noch Physik und Chemie).

 

Bei den Prüfungen gibt es neben einem schriftlichen Test jeweils ein Thema, mit sich ein Kind besonders beschäftigt. Dieses stellt es in einer Präsentation dar. Wir haben dafür Formen ohne Computer gewählt: freies Sprechen zu einem Schaubild, einmal auch eine fiktive Fernsehdiskussion über Zellen, Pflanzen, Pilze und Krankheiten, wobei wir durchaus verschiedene Weltanschauungen aufeinander prallen lassen.

 

Wir gehen mit dem Lernen von unserer Meinung nach überflüssigem Schrott recht frei um. Unser erklärtes Ziel ist, mit den Kindern Dinge zu tun, die wir für wesentlich halten. Welche Zensuren sie bei der Prüfung bekommen, ist uns wirklich egal. Sie sollen durchkommen, und das werden sie, denn sie eignen sich reales, lebendiges Wissen an. Wir verzichten bewusst darauf, sie mit Definitionsleichen vollzustopfen, damit die Noten besser werden.

Es geht darum, ein lebendiges Lernmodell zu ermöglichen, eine freie Schulform aufzubauen, die realistisch und weitgehend unschädlich für Kinderseelen ist, bei allen Kompromissen, die wir für die Prüfungen dann doch noch eingehen müssen.

Wenn die Jugendlichen später unbedingt eine Prüfung ablegen und studieren wollen, werden sie frisch, erholt und in der Lage sein, sich sehr schnell das Notwendige anzueignen, weil sie es wollen. Es ist nicht notwendig, Kinder jahrelang zu quälen, bevor sie wissen, was sie wollen. Selbstverständlich unterstützen wir jede Lern-Initiative, die vom Kind selbst kommt! 

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September 2019:

Wir beginnen mit einer ersten Klasse, zweimal im Monat vier Tage, ohne Übernachten. Das reicht für den Lernstoff völlig aus. Wir sind uns natürlich bewusst, dass diese Anfangsformen noch nicht das sind, was Eltern brauchen (die meisten brauchen eine Unterkunft für ihr Kind während fünf Tagen von morgens bis spät nachmittags, und das können wir jetzt noch nicht leisten, dazu fehlen uns Räume, Menschen und finanzielle Kapazitäten). Wir befinden uns in einer Aufbauphase und versuchen, ein Modell zu entwickeln. Es wird sicher in Zukunft anders aussehen, wenn mehr Menschen zu unserem Projekt dazu kommen. 

Außerdem starten wir eine vierte Klasse. Wir haben Voranfragen, beginnen jedoch erst, wenn mindestens fünf Kinder sich anmelden. Die vierte Klasse wird eine Schulwoche pro Monat sowie eine Naturwoche bei Freunden haben.

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Bei regelmäßigem Aufenthalt über mehrere Wochen könnte die Tagesgestaltung anders aussehen.

 

Aber wir könnten genau so gut wochenlang verreisen, campen, bei spannenden Menschen lernen, mithelfen, arbeiten - je nach Mut und Lust der Kinder und Eltern!

 

Alles ist möglich!

 

 

Falls es zu einer regulären schulähnlichen Form kommt, weil das für die Familien am bequemsten ist, schlagen wir vor:

 

Für Eltern, die morgens eine frühere  Betreuung für ihr Kind brauchen, sind wir ab 8.00 zur Verfügung. Das Kind kann dann einfach da sein, sich beschäftigen, lesen, spielen, essen - was es will. 

 

9.00 bis 9.30 Tagesbeginn. Integration, Singen, Konzentrationsübungen, Übungen mit dem Körper 

 

9.30 – 11.00  Erste Lernzeit 

 

11.00 – 12.00 zweites Frühstück (Tee kochen, Tisch decken, abräumen, abwaschen)  Spiele im

                                                  Freien, Jonglieren, Einrad fahren usw. 

12.00 – 13.00 Zweite Lernzeit 

 

13.00 - 13.15 Rückblick und Vorblick 

 

13.15 - 14.00 Freizeit, Ausklang, wer will, geht schon... 

 

 

Vorschlag zum Wochenablauf

 

Montag:         Lerntag 

 

Dienstag:       Lerntag 

 

Mittwoch:      Erster Fremdsprachentag*. Den ganzen Tag wird in der Sprache gesprochen. An Gegenständen sind Aufkleber mit den Bezeichnungen. In der ersten Lernzeit wird musiziert, gespielt, in der zweiten etwas Praktisches gemacht, zum Beispiel Kräuterkurs, Gartenbau, Werken, Handarbeit, und am Ende wird etwas erzählt oder vorgelesen, oder ein Film angeschaut. Wem das Schreiben fehlt: Es gibt Spiele, in denen man schreibt. 

 

Donnerstag:   Zweiter Fremdsprachentag*. 

 

Freitag:          Aktionstag von 9.00 bis 14.00 

 

*      Die Fremdsprachentage beinhalten Deutsch und Englisch. Jeweils 2 Wochen hintereinander wird         sich nur mit einer Sprache beschäftigt, dann erfolgt der Wechsel zur anderen Sprache usw.

 

 

Vorschlag für den Ablauf des Gruppen-Homeschooling-Jahres

 

 

September: Integration. Erlebnis- und Naturbetrachtungs-Wanderungen, Kennenlernen, Spiele,

                Obsternte, Verarbeitung von Obst und Gemüse, Kochen, Waldhütte bauen, lernen mit

                freier Zeit frei umzugehen 

 

Oktober:     Lernzeit 

 

November:  Lernzeit 

 

Dezember:  Vorbereiten und Durchführen des  ersten Teils der offiziellen Prüfungen, je nachdem, wer

                 in welchem Fach wie weit ist. Das ist verbunden mit einer spannenden Reise in die

                 Beskiden nach Koszarawa/Südostpolen. Die Lehrer der Montessori- Schule dort  sind

                 spezialisiert und ungewöhnlich freundschaftlich und positiv eingestellt, so dass die

                 Prüfungen ein angenehmes Erfolgserlebnis sind!! Das funktioniert, weil  sie das Gute

                 erwarten, und dadurch ist der Mensch einfach leistungsfähiger. 

 

Januar:       Lernzeit 

 

Februar:     Anfang eines gemeinsamen, großen Projektes.

 

                Die Kinder fassen eine Idee und entwickeln sie im Team durch zielorientiertes Tun bis 

                zum fertigen, präsentierbaren Ergebnis. Dadurch werden vielseitige Fähigkeiten im

                Schöpferischen, Finden, Planen, praktischen Umsetzen, Finanzieren, Realisieren und 

                Präsentieren erübt. Für ein solches Projekt sind bis zu 4 Monaten vorgesehen.

 

 

März:         Vorbereitung auf die Prüfungen, Weiterführung des Projektes 

 

April:         Zweiter Teil und Abschluss der offiziellen Prüfungen, Weiterführung des Projektes 

 

Mai:           Fertigstellen und Präsentieren des Projektes 

 

Juni:          Reisen und Ausflüge

 

Erlebniswoche/ Tydzień BYĆ I CZUĆ  Juli/lipiec 2018